Abnormaler Geburtsverlauf. Es gibt die außerordentlich gefährliche Schulterdystokie, bei der nach der Geburt des kindlichen Kopfes die Schultern des Kindes im Becken der Mutter steckenbleiben. In diesem Fall gibt es mehrere verschiedene Manöver, die unverzüglich ausgeführt werden müssen. Das Kind kann ansonsten durch Sauerstoffunterversorgung schweren Schaden nehmen. Gleichfalls kann die Schulter oder der Arm verletzt werden (siehe: Armplexusparese).

Als Risiken gelten: Eine vorausgegangene Schulterdystokie, Diabetes und Übergewicht bei der Mutter, Multiparität (die Frau hat schon mehrere Kinder geboren) und ein zu erwartendes Geburtgewicht von über 4000 Gramm.

Spätestens ab einem zu erwartenden Geburtsgewicht von 4500 Gramm muss über die Schnittentbindung als Alternative aufgeklärt werden.

Der Geburtsverlauf kann auch durch Anomalien des knöchernen Geburtskanals behindert werden (Beckendystokie). Wenn die Wehen von der normalen Wehentätigkeit abweichen, spricht man von Wehendystokie. Die Zervixdystokie bedeutet, dass der Gebärmutterhals sich ungenügend und verzögert erweitert, was zu einer Verzögerung der Geburt führt.